Scope Creep entsteht, wenn nach und nach neue Aufgaben oder Wünsche zu einem Projekt hinzukommen, ohne dass Zeitplan oder Budget angepasst werden.
Was bedeutet die schleichende Ausweitung des Projektumfangs?
Ein Projekt soll im Laufe der Zeit mehr leisten als ursprünglich vereinbart. Einzelne Wünsche wirken oft klein, summieren sich aber zu zusätzlicher Arbeit. Werden sie aufgenommen, ohne ihre Folgen zu prüfen oder die Planung anzupassen, spricht man von Scope Creep. Eine Änderung, die geprüft und genehmigt wird und für die Zeit oder Budget eingeplant werden, ist dagegen eine gesteuerte Umfangsänderung.
Warum ist Scope Creep problematisch?
Das Team muss mehr leisten, obwohl Zeit und Budget gleich bleiben. Dadurch kann sich das Projekt verzögern oder es bleibt weniger Zeit für die ursprünglich vereinbarten Aufgaben. Neue Wünsche sollten deshalb nicht einfach dazukommen: Es muss entschieden werden, ob sie wichtig genug sind und was sich dafür an der Planung ändern muss.
Wie lässt sich Scope Creep im Projektalltag erkennen?
Wenn ein neuer Wunsch auftaucht, hilft ein Vergleich mit dem, was ursprünglich vereinbart wurde. Liegt der Wunsch außerhalb davon, sollte das Team klären, ob es dafür mehr Zeit oder Budget braucht oder eine andere Aufgabe zurückgestellt wird. Werden zusätzliche Aufgaben übernommen, ohne solche Entscheidungen zu treffen, wächst der Projektumfang unbemerkt.
Beispiel: Eine Website bekommt neue Funktionen
Ein Team soll eine Website erstellen, auf der Kunden Produktinformationen finden. Während der Arbeit kommen ein Kontaktformular und später eine Bestellfunktion hinzu. Das Team übernimmt beide Wünsche, aber der Abgabetermin und das Budget bleiben unverändert. Die zusätzliche Arbeit kann dazu führen, dass die Website später fertig wird oder vereinbarte Aufgaben liegen bleiben. Das ist Scope Creep.

